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Mehrdad Mostofizadeh
Kristina Schröder? Nicht meine Ministerin!

Grüne unterstützen Kampagne gegen die Frauen- und Familienministerin.
A 52: Bürgerversammlung schreibt offenen Brief an Ratsmitglieder
Auf einer Bürgerversammlung in Altenessen am 26.3. informierte die Bürgerinitiative "Stoppt A 52" über den letzten Planungsstand der A52 in Essen und Umgebung. Im Ergebnis verabschiedeten die über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einstimmig folgenden offenen Brief an die Ratsmitglieder der Stadt Essen:
A 52: Guter Rat ist gefragt!
In Essen haben wir gerade ein Problem zufällig aufgedeckt: Ein Tunnelversprechen ist geplatzt! Vereinbart war für Altenessen ein Tunnelstück im bergmännischen Vortrieb.
Auch in Gladbeck ist das Tunnelversprechen - der Türöffner für den Autobahnbau – letztlich unverbindlich. Wer für den Autobahnbau stimmt, kauft ohne vorliegende Planung die Katze im Sack!
Klimaschutzgesetz - NRW setzt Standards

Zu der Anhörung zum Klimaschutzgesetz erklärt Wibke Brems MdL, Klimaschutz- und energiepolitische Sprecherin:
Fracking –Nein danke!
An sich hört sich die Meldung „Unkonventionelle Erdgasvorkommen werden erschlossen“ irgendwie so an, als ob man entweder im Atlantik etwas gefunden hätte oder dass es uns hier in Essen sowieso nicht betreffen würde. Aber die Meldung hat es in sich! Es sind große Erdgasvorkommen in Gesteinsschichten in ganz Deutschland, vorzugsweise in ehemaligen Kohlefördergebieten in Niedersachsen und NRW gefunden worden, über deren Erschließung sich zwei große Konzerne bereits einig geworden sind. Exxon und die BASF-Tochter Wintershall.Beim „Fracking“ oder „Hydraulic Fracturing“ werden Gasvorkommen, die in Gesteinsschichten gebunden sind, durch aufwendige Techniken gelöst und an die Oberfläche transportiert. Man muss sich das ungefähr so vorstellen: in mehreren hundert Metern Tiefe liegt das Erdgas in gesteinsgebundener Form. Man bohrt nun dicke Löcher bis in die jeweiligen Schichten, pumpt ein Gemisch aus Wasser, Sand und hochgiftigen Chemikalien unter hohem Druck (1000 bar) hinein, um das Gestein „aufzubrechen“, das Gas zu lösen und spült fast den ganzen Cocktail wieder aus dem Loch heraus, um das Erdgas zur weiteren Verarbeitung aufzufangen. Ja, eben nur „FAST“!
Dieser ganze Gewinnungsprozess ist aus verschiedenen Blickwinkeln hochproblematisch. Erstens werden selbst bei Explorationsbohrungen (Probebohrungen) umweltschädliche Gifte in den Boden gepumpt, die nicht vollständig wieder entfernt werden (können). Zweitens werden durch aufbrechendes Gestein beim Druckspülen und bei den Bohrungen selbst wasserführende Schichten berührt, durchstoßen, verletzt… Die Chemikalien und auch freiwerdendes Gas werden so mit Grundwasser in Verbindung gebracht. Grundwasser verteilt sich im Boden aber nicht so, wie wir es gern hätten, sondern, wie die Gesteinsschichten verlaufen, d.h. im Klartext, dass niemand weiß, wo belastetes Grundwasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurückkehrt, hierbei Äcker, Gärten, Wälder oder andere von Menschen genutzte Natur bewässert und damit auch wahrscheinlich verseucht. Eindrucksvoll sind kleine Filme auf bspw. „Youtube“ (gebt doch einfach mal „Fracking“ in die Suchmaske ein), in denen Hausbewohner es schaffen, mit einem simplen Feuerzeug das Kranwasser in Brand zu setzen. Wohlgemerkt, hier wird nur das Gas in Brand gesetzt, die beteiligten Chemikalien sind nicht das Thema!
Nun könnte man sagen: „Naja, wenn die im Sauerland oder in Ostwestfalen bohren, sind wir ja hier sicher!“ Leider sind wir das nicht! Unser Trinkwasser beziehen wir aus der guten alten Ruhr. Die Ruhr entspringt im Sauerland und wird gespeist durch viele kleine Nebenflüsse, die ausgerechnet durch die „Claims“ (abgesteckte Bohrgebiete von Exxon und Wintershall) der Förderfirmen fließen. Unser Trinkwasser hier im Ruhrgebiet ist deshalb unmittelbar durch Bohrungen bedroht, die hunderte Kilometer von Essen stattfinden!
Die Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde für ganz NRW versucht die Bevölkerung zu beruhigen, man habe ein Moratorium für Frackingmaßnahmen erstellt, Genehmigungen würden nicht erteilt. Dummerweise haben die Arnsberger versäumt, den Firmen dieses Moratorium auch rechtssicher zuzuleiten, was zur Folge hat, dass nicht nur Exxon in Stemwede bei Minden bereits tausende Liter Diesel in ein Probebohrloch gepumpt hat, sondern auch Wintershall bereits im Spätsommer festgelegt haben will, wo sie in ihren Claims bohren möchte. Die rechtliche Grundlage für das Fracking ist bedauerlicherweise das viel zu lasche Bergrecht. So werden Umweltverträglichkeitsprüfungen erst dann zur Pflicht gemacht, wenn mehr als 500.000 m3 aus einem Bohrloch gefördert werden. Jeder kann sich an einer Hand abzählen, dass die Unternehmen dann eben mehrere kleine Bohrstationen nebeneinander bauen werden, anstatt sich einer solchen Prüfung zu unterziehen und vielleicht sogar keine Genehmigung aus Umweltschutzgründen zu erhalten.
Und noch was: wir GRÜNEN haben sowohl Exxon als auch BASF doch noch in „guter“ Erinnerung, was die Anstrengungen für den Umweltschutz angeht. Oder sind Euch die Bilder der „Exxon Valdez“ vor Alaska oder der in „schönem Rot“ gefärbte Rhein nicht mehr in Erinnerung? Können wir tatsächlich glauben, dass diesmal alles gut und richtig läuft?
Probebohrungen stoppen
Wir GRÜNEN fordern bereits jetzt VOR jeder Probebohrung, dass die Bezirksregierung Arnsberg keinerlei Genehmigung ausspricht, solange nicht gesichert ist, dass weder Erdreich noch Grund-/Trinkwassser verseucht werden können, dass keine Erdbeben durch Drucksprengung der Gesteinsschichten verursacht werden. Wir fordern auch ein Vetorecht der Kommunen in ganz NRW, die durch Trinkwasserverseuchung betroffen sein könnten.
Wir fordern, dass nicht schon wieder Profitgier über gesunden Menschenverstand und Umwelt- & Verbraucherschutz siegt!
Julia Kahle-Hausmann
Anbei der Link zu den abgesteckten Claims: http://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/themen/e/erdgas_rechtlicher_rahmen/erteilte_aufsuchungsfelder_karte_.pdf









Leider konnte ich nicht zur entsprechenden Veranstaltung kommen, auf der über das Fracking gesprochen wurde.
Reinhard Mielke 30. Mai 2011, 16:06 UhrBitte: Fracking wird schon seit ca 20 Jahren an den - allerdings - konventionellen Erdgaslagern durchgeführt. Auch hier wird Korundsand mit Wasser unter hohem Druck in die Lagerstätte gepresst. Auch bei der tertiären Erdölförderung wird ein Wasser-Chemikaliengemisch in die Lagerstätte gepumpt, mit deren Hilfe noch gewinnbares Erdöl gefördert werden kann. Bitte nicht so aufgeregt gleich NEIN.sagen, Es handelt sich um Probebohrungen.
Lieber Reinhard, selbst Probebohrungen sind Bohrungen mit den o.a. Nachteilen. Wollen wir erst warten, bis wir selbst merken, dass wir geschädigt werden? Und wo in Deutschland wird Erdölförderung in Trinkwassereinzugsgebieten "veranstaltet"? Ich meine, die Zeit drängt, um diese Entwicklung überhaupt noch beeinflussen zu können!
Julia Kahle-Hausmann 8. Juni 2011, 12:28 Uhr